Offenbarung 8,1-11,19

Sieben Posaunen

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Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. (Offb 8,1-2)

Stille herrscht, als das Lamm das siebte Siegel öffnet. Es ist die Stille der Vollendung, gleich dem siebten Schöpfungstag.

Es ist das Eigenartige, und für die Apokalypse Bezeichnende: das Siebte ist nicht Fortsetzung des Bisherigen, sondern wie der Sabbat nach sechs Schöpfungstagen ein Ende, das aus sich selbst die folgenden Sieben entlässt. Jetzt sind es die richtenden Strafen Gottes über die schuldige Welt. Wieder stehen die ersten vier für sich, sie wirken sich vorwiegend an der Natur aus. Die drei Übrigbleibenden werden als die drei Weh über die Menschheit ausgerufen. (Hans Urs von Balthasar)

Die vier ersten Posaunen bringen Naturkatastrophen über die Erde, Hagel und Feuer, die Verseuchung des Meeres und der Flüsse und Quellen an Land, und schließlich eine Verdunkelung der Himmelslichter. Mit der fünften Posaune bringt ein gewaltiger Schwarm riesenhafter Heuschrecken Not und Verderben über die Menschen und mit der sechsten Posaune kommen Reiter auf tobenden Pferden hervor, die mit Feuer, Rauch und Schwefel den Tod bringen.
Im zehnten Kapitel tritt ein Engel an Johannes heran und gibt ihm ein Buch zu essen. Danach wird ihm aufgetragen, den Tempel zu vermessen und es werden zwei Zeugen gesandt, die auftreten, um die Menschen zu warnen. Nun ist die Zeit endgültig knapp geworden, denn in Kürze wird mit der dritten Posaune endgültig Gottes Herrschaft über die Erde anbrechen und alles vergehen, was sich gegen Gott entschieden hat.