Die Bücher der

Geschichte Israels

Hl. Schrift

In der folgenden Tabelle sind die Bibelstellen angegeben, zu denen Sie eine Auslegung auf bibleworld.de finden. Die blau hinterlegten Felder geben wichtige Gliederungspunkte der jeweiligen Bücher an, durch anklicken eines der grau hinterlegten Felder gelangen Sie zu der jeweiligen Textstelle.

Buch Josua
Jos 1,1-6 Einführung, Überblick
Jos 1,7-9 Josua der Sohn Nuns
Jos 24,1-33 Landtag in Sichem
   
   
Buch der Richter
Ri 2,11-23 Einführung, Überblick
   
   
Buch Rut
   
   
Erstes Buch Samuel
1Sam 1-7 Samuel
1Sam 1,1-28 Geburt Samuels
1Sam 3,1-21 Berufung Samuels
1Sam 4-7 Samuel als Richter
1Sam 8-15 König Saul
1Sam 8-15 König Saul
1Sam 16-31 Saul und David
1Sam 16,1-13 Salbung Davids
1Sam 16-31 Saul und David
   
   
Zweites Buch Samuel
2Sam 1-24 König David
2Sam 1-6 David wird König
2Sam 7,1-29 Natan-Verheißung
2Sam 11,1-27 David und Batseba
   
   
Erstes Buch der Könige
1Kön 1-11 König Salomo
1Kön 1,1-2,46 Regierungsantritt
1Kön 3,1-5,14 Salomos Weisheit
1Kön 5,15-9,9 Salomos Tempelbau
9,10-11,43 Aufstieg u. Niedergang
1Kön 12-22 Israel und Juda I
12,1-16,28 Königsliste I
1Kön 17,1-24 Elija in Sarepta
1Kön 18,1-46 Elija am Karmel
1Kön 19,1-14 Elija am Horeb
19,15-21,29 Aufträge an Elija
   
   
Zweites Buch der Könige
2Kön 1-17 Israel und Juda II
2Kön 1,1-18 Elija und Ahasja
2Kön 2,1-18 Entrückung Elijas
2Kön 2,14-3,27 Erste Taten Elischas
2Kön 4,1-44 Wunder Elischas
2Kön 5,1-27 Heilung Naamans
2Kön 8-17 Königsliste II
2Kön 18-25 Königreich Juda
   
   
Bücher der Chronik
   
   
Buch Esra
   
   
Buch Nehemia
   
   
Buch Tobit
Tobit Überblick
   
   
Buch Judit
   
   
Buch Ester
   
   
Bücher der Makkabäer
Makkabäer Überblick
   

Vordere Propheten / Deuteronomistisches Geschichtswerk

Die Bücher Josua, Richter, 1 und 2 Samuel und 1 und 2 Könige werden in der jüdischen Tradition als "vordere Propheten" bezeichnet. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch hat sich für diesen Textkomplex die Bezeichnung "Deuteronomistisches Geschichtswerk" durchgesetzt. Man geht davon aus, dass eine Schule von gebildeten Schreibern, die vermutlich nicht aus dem Bereich der Priesterschaft stammten (ähnlich der uns zur Zeit Jesu begegnenden Pharisäer), vorgefundene mündliche Überlieferungen zu einem einheitlichen Werk bearbeitet hat.
Inhaltlich bietet das Deuteronomistische Geschichtswerk die Geschichte Israels von der Landnahme des Westjordanlandes über die Richter- und Königszeit bis zum Beginn des babylonischen Exils nach der Tempelzerstörung 587/6. Man geht daher von einer Abfassung unmittelbar vor der Zeit der Eroberung Jerusalems aus. Den Autoren geht es vor allem um das Volk Israel, das sich durch inneren Zusammenhalt und Abgrenzung nach außen hin auszeichnet. Der innere Zusammenhalt entsteht durch die strenge Befolgung der Gebote Gottes.
Charakteristisch für das Deuteronomistische Geschichtswerk ist, dass die Geschichte Israels von einem ständigen Auf und Ab geprägt ist. Wenn das Volk einen Anführer hat, der treu zum Herrn steht, und das Volk die Gebote Gottes befolgt, ist Israel siegreich den Feinden gegenüber. Dann folgen immer wieder Zeiten des Abfalls von Gott, die innere Streitigkeiten und Bedrängnis durch äußere Feinde zur Folge haben. Dann erweckt Gott erneut einen gerechten Anführer, der das Volk siegreich auf den Weg Gottes führt. Das am Ende stehende babylonische Exil und die Zerstörung des Tempels sind schließlich die gerechtfertigte Strafe für den ständigen Abfall von Gott.
Man geht davon aus, dass das deuteronomistische Geschichtswerk ursprünglich mit einem Ur-Deuteronomium begonnen hat. Sprachlich weisen das Buch Deuteronomium und die anderen Bücher des deuteronomistischen Geschichtswerkes eine große Ähnlichkeit auf, was vermuten lässt, dass sie von den gleichen Autoren stammen. Im Laufe der Kanonbildung wurde das Buch Deuteronomium dann aber Teil des Pentateuch. Die deuteronomistische Gesetzessammlung (Dtn 12-26) bildet die Richtschnur, an der das Handeln des Volkes und seiner Anführer gemessen wird.
Die in der jüdischen Tradition gebräuchliche Bezeichnung "Vordere Propheten" ist dadurch gerechtfertigt, dass in diesen Büchern oft an entscheidenden Stellen Prophetengestalten auftreten, die das Geschehen auf Gottes Wort hin deuten. So begegnen uns große Propheten wie Samuel, Nathan, Elija und Elischa in diesen Büchern.

Chronistisches Geschichtswerk

Das Chronistische Geschichtswerk, zu dem die Bücher 1 und 2 Chronik, Esra und Nehemia gehören, liefert uns einen Überblick über die Geschichte Israels von Adam bis zur Gegenwart der Verfasser etwa im 3. Jahrhundert v.Chr. Es zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten in der Sprache, im Stil und im Weltbild aus. Es geht vor allem um eine Deutung der Geschichte im Licht der Gegenwart.
Man versucht, das Scheitern des ersten Tempels zu erklären, und davon ausgehend, Regeln für das Zusammenleben in der Zeit des zweiten Tempels zu definieren, die eine erneute Katastrophe nicht mehr möglich machen sollen. Der Hauptaspekt ist vor allem ein kultischer. Auch der König wird vor allem als kultische Zentralperson gesehen. Das Bild der großen Könige David und Salomo wird auf diesen Aspekt hin stilisiert, und königskritische Passagen, die sich in der parallelen Überlieferung des Deuteronomistischen Geschichtswerkes finden, ausgelassen.

Weitere Geschichtsbücher

Nach jüdischer Tradition folgt dem Gesetz (Tora, Fünf Bücher Mose) und den Propheten der als Schriften (ketubim) bezeichnete dritte Teil der Bibel. Zu diesem gehören auch die im christlichen Kanon unter den Geschichtsbüchern eingereihten Bücher 1 und 2 Chronik, Esra, Nehemia, Rut und Ester, während das Buch Tobit und 1 und 2 Makkabäer aus jüdischer Sicht zu den deuterokanonischen Schriften zählen (was so viel wie zweitrangig, aber noch zum Kanon gehörig, bedeutet).
Das Buch Rut steht im Kanon zwischen dem Buch der Richter und 1 Samuel. Es erzählt die Geschichte zweier Frauen, von Noomi und ihrer Schwiegertochter Rut. Rut wurde die Frau von Boas, eines Ahnen Davids. Das zeitlich in der Richterzeit spielende Buch, das erzählt, wie es dazu kam, dass eine Moabiterin Ahnfrau des Königs David wurde, stammt aus nachexilischer Zeit und bildet wohl eine Gegenposition zu fremdenfeindlichen Tendenzen, wie sie in der Zeit des Nehemia festgeschrieben wurden.