Joel 1,1

Einführung, Berufung

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Joel
Das Wort des Herrn, das an Joel, den Sohn Petuels, erging. (Joel 1,1)

Mit diesen Worten beginnt das Buch des Propheten Joel. Sein Name bedeutet: "Der Herr ist Gott" oder "Der Herr ist sein Gott".

Mehr wissen wir nicht zur historischen Gestalt dieses Propheten, der im Kanon der Heiligen Schrift zu den Kleinen Propheten gezählt wird. Wir finden auch nicht die sonst bei Propheten oft übliche Einordnung der Zeit des Auftretens durch Angabe der zu dieser Zeit amtierenden Könige. Die Datierung der Zeit seines Auftretens wird von einigen Exegeten sehr früh angesetzt, etwa um das Jahr 840, andere gehen von einem späteren Auftreten im frühen 4. Jahrhundert vor Christus aus.
Joel ruft anlässlich einer Dürre- und Heuschreckenplage zu einer Bußfeier auf. Daraufhin wird der Herr das Geschick des Volkes wenden. Joel verheißt den Tag des Herrn als Tag des Weltgerichts. Das Gericht wird Heil über diejenigen bringen, die zu Gott umkehren, ihre Feinde werden für immer besiegt. Joel spricht vom Gericht über die Völker und kehrt hier das Friedenswort aus Micha 4,3 um, wenn er sagt

Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Rebmesser zu Spießen! (Joel 4,10)

Der Tag des Herrn bildet das Zentrum der Verheißung Joels. Nach dem Gericht wird Gott seinen Geist aussenden:

Danach aber wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen. Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. (Joel 3,1f)

Mit diesen Worten wird Petrus seine Pfingstpredigt in Apg 2,14-36 beginnen. Seine Aufforderung zur Buße macht Joel zu einem beliebten Propheten für die Österliche Bußzeit.